Henrik Witboi und Goamus

Chef,

Witbooi und die Geschichte des südlichen Afrika

Die Farm Goamus soll ursprünglich ein Platz des Nama-Kapitains Hendrik Witbooi gewesen sein. 1908 kaufte der Gr0ßvater meiner Frau diese Farm.

Aus der  damaligen  deutschen Kolonie Südwestafrika, dem heutigen Namibia, stammt das Tagebuch des Nama-Kapitains Henrik Witbooi. Hier wird geschildert, wie mit dem  Beginn der Kolonialisierung der Grundstein für das heutige Namibia gelegt wurde. Es ist eine der seltenen schriftlichen Quellen afrikanischer Herkunft aus dem 19. Jahrhundert. Witbooi wird  in Namibia heute noch verehrt und ist auf der 10  N$-Note abgebildet.

 

Auch das gehörte dazu:

wittbooi1Mir scheint es auch wichtig zu sein, die Erinnerung an den deutschen Einfluß auf die Menschen und die Situation, in der sie leben, im Gedächnis zu behalten. und zu verstehen. dass dieser Einfluß auch auch von kolonialer Arroganz geprägt war. Das Schild auf dem Bild zeigt: “Gesellschaft zur Veredelung der Süd-Afrika Menschenrassen” . Man(n) fühlte sich als etwas Besseres.

 Afrika den Afrikanern. Das Tagebuch des Hendrik Witbooi

Wer nicht nur als Tourist die Schönheit der Landschaft genießen will, sollte dieses Buch unbedingt lesen. Es hilft, die Menschen und die Situation, in der sie leben, zu verstehen. Vielleicht bewahrt es den Einen oder Anderen davor, voreilig mit den Maßstäben europäischer Kultur zu messen.

Ein wenig von der Denkweise des Hendrik Witbooi kommt in dem Vertrag mit Francois Voeis zum Ausdruck

Vertrag

Der Wortlaut des Vertrages, den ich mit Mister Francois Daniel Voeis oder mit  jedem anderen Menschen abschließe, der von mir Land pachtet, ist folgender und gilt vornehmlich für Frans Daniel Voeis.

Ihr habt Eure Gedanken und Absichten wegen der Pacht von Land  schriftlich vor mir niedergelegt, und ich habe vor Euch zugestimmt, da mir die Bewilligung Eures Gesuches angängig erscheint. Ich sagte Euch, daß ich meine Ansichten darüber Euch gegenüber gern zum Ausdruck gebracht hätte. Vielleicht nehmt Ihr aber Anstoß daran, wenn ich meine Ansicht ausspreche- Aus diesem Grund  habe ich meine Gedanken und Ansichten bisher nicht ausgesprochen, erkenne aber,  daß das notwendig ist. Um Euch von meinen Ansichten und Gedanken in Kenntnis  zusetzen, lege ich sie schriftlich nieder:

1. Wenn jemand von mir eine Farm pachten will und ich einverstanden bin, so  verlange ich £ 12 per Jahr. Ich meine, nachdem ich mir seinen Besitz an Vieh angesehen habe. Sollte eine Veränderung mit seinem Vieh eintreten, so werde ich  die Pachtsumme auch verändern.

II. Wenn er eigene Rechte auf dem Platz einführt und mehr an das Geld denkt, das er bezahlt, als an meine schwachen Menschen, die bei ihm  vorbeikommen und auf einen Bissen von seiner Hand schielen, wenn er unfreundlich  ist und ihnen sein Herz verschließt, dann hat er £24 jährlich an mich zu bezahlen.

III. Wenn er von fremden Menschen, die bei ihrer Beschäftigung oder auf der Reise auf seiner Farm vorbeikommen, dort tränken und ihr Vieh  weiden lassen, Geld unter dem Vorwand fordert, daß er auch an mich Pacht bezahlen muß, wenn er fremden Menschen gegenüber – seien es weiße, rote oder schwarze – hartherzig ist, dann hat er £36 jährlich an mich zu zahlen.

IV. Wenn er sich meinen Gesetzen nicht beugen will und sich den  Beamten, die ich zu ihm schicke, entgegenstellt, gegen diese Beamten Bosheit oder Zorn zeigt, mit ihnen streitet, oder wenn er absichtlich mit Leuten meines Volkes Streit oder Kampf anfängt und ich das mit meinen Augen sehe, so werde ich  diesen Mann von meinem Platz und aus meinem Gebiet ausschließen; denn ich kann  nicht zwei Hunde halten, die nicht einträchtig aus demselben Napf trinken. So etwas ist nicht möglich.

Vorstehendes habe ich am 9. Januar 1893 ausgestellt.

Ich, der Oberkapitain von Groß-Nordnamaqualand, zusammen mit meinen Beamten und Bürgern als Zeugen.

 

 

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